Friedensgebet 2011

Ihr seid Zeugen für den Frieden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits zum vierten Mal fand im Wiener Stephansdom das große Friedensgebet unter dem Motto „message for you“ statt. Das inzwischen zur Tradition gewordene Gebetstreffen zählt mit mehr als 5.000 Teilnehmern zu einer der größten religiösen Veranstaltungen in Österreich, zu der Gläubige aus ganz Österreich nach Wien anreisen.

Ein Bericht von Marie Czernin

Auch dieses Jahr stand das Friedensgebet, das am 17. November im Wiener Stephansdom stattfand, ganz im Zeichen der Muttergottes, der Königin des Friedens. Mit diesem Titel hat sich die Mutter Jesu vor dreißig Jahren im herzegowinischen Ort Medjugorje sechs jungen Menschen zum ersten Mal offenbart. Die Seher bezeugen seither, die Gottesmutter wolle ihnen durch ihre Botschaften einen Weg zum Frieden in der Welt zeigen. Für einige von ihnen gingen die täglichen Erscheinungen nach einer bestimmten Zeit zu Ende. Die Muttergottes versprach ihnen jedoch, einmal im Jahr, jeweils an einem bestimmten Tag, zu erscheinen. So geschah es bisher.

Ivan Dragicevic ist einer der Seher, denen die Gottesmutter nach wie vor täglich erscheint, an welchem Ort er auch immer sich gerade befindet. Auf Einladung der Organisatoren des großen Friedensgebets, „Oase des Friedens“, „Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser Ritterordens“ und „Gebetsaktion Medjugorje“, ist er auch dieses Jahr nach Wien gekommen, um als Ehrengast am Rosenkranzgebet und an der anschließenden Heiligen Messe im Stephansdom teilzunehmen. Eine besondere Ehre war es auch, dass der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, dieses Jahr persönlich der Heiligen Messe vorstand und während der anschließenden Anbetung die Gläubigen mit der Monstranz segnete.

Vor der Messe gab Ivan Zeugnis von den wunderbaren Gnadenerweisen, die durch das dreißigjährige Wirken der Muttergottes sein Leben und das Leben der anderen fünf Seher verändert haben. Die Muttergottes habe sie „in die Schule des Gebets“ genommen. Sie müssten sich jedoch jeden Tag ganz neu für Gott entscheiden. Die Muttergottes habe sich von Anfang an als „Königin des Friedens“ vorgestellt und immer wieder von der Notwendigkeit der Umkehr und des Gebets für den Frieden in der Welt gesprochen. „Wir haben uns von Gott entfernt und wollen alleine in die Zukunft gehen,“ bedauerte Ivan und wies darauf hin, dass niemand in der Welt heute den Frieden schenken kann. Die Welt gehe zugrunde, wenn man sich nicht für Gott entscheide. „Die Muttergottes möchte einen neuen Weg zeigen, einen Weg aus der Rezession heraus. Sie möchte die Gesellschaft aus der Krise herausheben.“

Nach Beendigung des Rosenkranzes trat Ivan in den Altarbereich, wo er die Erscheinung der Gottesmutter hatte, und eine große, friedliche Stille breitete sich im Dom aus.

Im anschließenden Gottesdienst ermutigte Kardinal Schönborn, der Gastgeber dieser Friedensfeier, in seiner Predigt, sich an den Glaubenszeugen des frühen Christentums, der Nazizeit und des Kommunismus zu orientieren. „Sie haben durch ihr Leben die Wahrheit bezeugt.“ Auch heute brauche es Mut, in seiner Umgebung den Glauben zu leben. „Die Gottesmutter möchte uns bestärken, für den Glauben einzustehen,“ erklärte der Kardinal und warnte vor einem angepassten und verflachten Lebensstil. „Die nicht angepassten Christen sind Träger der Hoffnung, auch wenn dies für sie oft mit großem Leid verbunden ist.“

Nach der Heiligen Messe trat Ivan noch einmal vor die versammelte Gemeinde und machte deutlich, wie schwierig es für ihn immer wieder sei, das Erlebnis der Erscheinung in Worte zu fassen: „Durch dreißig Jahre hindurch suche ich bereits nach den richtigen Worten, um diese Begegnung mit der Gospa zu beschreiben, aber ich habe sie noch immer nicht gefunden. Während sie zu mir spricht, stehe ich vor Ihnen und bin doch mit ihr im Gebet vereint.“ Ivan  wies auch darauf hin, dass er nach einer Begegnung mit der Gottesmutter immer mehrere Stunden brauche, bis er wieder „auf dieser Welt“ ankomme. „Denn jedes Mal, wenn die Gospa kommt, bringt sie ein Stück Paradies mit.“ Die Muttergottes sei „sehr fröhlich“ gewesen an jenem Abend im Wiener Stephansdom. „Sie hat ihre Hände auf alle anwesenden Priester ausgebreitet und jeden einzeln gesegnet, auch die Gläubigen und die mitgebrachten Gegenstände.“ Ivan vertraute der Muttergottes besonders den Wiener Kardinal und die Erzdiözese mit all den Gläubigen an. Die Gospa habe besonders für die Bedürfnisse dieser Erzdiözese gebetet, erklärte Ivan. Er gab dann noch die Botschaft bekannt, die die Gospa an alle Anwesenden gerichtet hatte:

„Liebe Kinder, auch heute rufe ich euch auf besondere Weise zum Gebet auf. Wenn der Satan heute Hass und Krieg will, dann seid ihr, liebe Kinder, heute Zeugen für den Frieden. Fürchtet euch nicht, denn wer betet, fürchtet sich nicht vor dem Bösen.“

Im gesteckt vollen Dom konnte man diesen „Hauch vom Paradies“ und auch einen innigen Frieden spüren, etwas, was man sonst so selten in der Welt antrifft. Und diejenigen, die selbst schon öfters in Medjugorje waren, erinnerte diese einzigartige Atmosphäre im Dom an den guten Geist, der seit dreißig Jahren an diesem herzegowinischen Wallfahrtsort weht.

Das Gebetstreffen konnte über das Internetportal www.marytv.tv weltweit verfolgt werden. Zugriffe aus 108 Ländern wurden an diesem Abend auf dem Portal verzeichnet. Eine Viertel Million Computer waren eingeschaltet, und viele der eingetroffenen E-Mails bezeugen, dass vor ihren Bildschirmen sich ganze Familien und Gebetsgruppen auf der ganzen Welt versammelt hatten.

Danke, Maria,  für Deine Fürbitte und Gegenwart unter uns in dieser Zeit der Gnade!

 

ICH DANKE IHNEN ALLEN SO SEHR –

Bericht von Magnus MacFarlane-Barrow im Stephansdom

„In Kenia ernährt Mary‘s Meals Kinder in einem Ort, in dem es bei den Wahlen vor zwei Jahren einen schrecklichen Konflikt zwischen verfeindeten Stämmen gab, durch den viele Menschen getötet wurden. Viele Kinder sind heute Waisen. Vor kurzem berichteten uns die Einheimischen, die unsere Arbeit koordinieren, dass Kinder aus ehemals verfeindeten Stämmen jetzt wegen Mary‘s Meals gemeinsam in die selbe Schule gehen. Und sie sagten uns, dass sie daran glauben, dass durch dieses Werk ein anhaltender Friede entstehen kann.

Aber neben all diesen schönen Erfahrungen erleben wir weiterhin großes Leid. In Ostafrika verhungern derzeit Millionen Menschen. Gerade haben wir zum ersten Mal in Somalia zu arbeiten begonnen. Durch moslemische Freunde, die gerade eine gute Hilfsorganisation in Somalia aufbauen, war es uns möglich, Nahrung in Malawi zu kaufen und den Hungernden in Mogadischu zu bringen.

Mary‘s Meals ist eine Frucht des Gebetes. Manchmal kann es eine Versuchung sein, über all die erstaunlichen Zahlen an Kindern zu reden, die ernährt werden. Aber es ist wichtiger, daran zu erinnern, dass es ein Werk des Herzens ist. Es ist ein Werk der Liebe für Personen, für individuelle Menschen, nicht von Zahlen oder Statistiken. Und ich denke, wenn wir uns daran erinnern, können wir auch Menschen ernähren, die nicht nur nach materieller Nahrung hungern. Denn gemeinsam kann es uns gelingen, sie wieder der Liebe Gottes zuzuwenden.

Ich danke Ihnen allen so sehr, dass Sie dieses Werk so großzügig unterstützen. Alle diese Taten der Liebe retten und verändern das Leben von Menschen. Danke Ihnen allen. Gepriesen sei Gott.“

Ich habe gewusst, dass mein ganzes Leben sich geändert hatte – Justyna Okolowicz

„Ich bin nach den sechs Tagen von Medjugorje zurück gefahren nach Wien und habe gewusst, dass mein ganzes Leben sich geändert hatte und dass nichts mehr so sein wird wie es war. In Wien angekommen, sah ich, dass alle Konflikte, die mich vorher umgeben hatten, gleich geblieben waren. Es gab da kein Wunder. Aber in mir hatte sich alles verändert. Ich spürte, dass ich diesen kleine Samen, der in Medjugorje in mich gesät worden war, unbedingt erhalten oder behalten wollte. Und ich habe gewusst, dass ich das nicht alleine konnte und eine Gemeinschaft oder eine Gebetsgruppe finden musste.

P. Slavko erbat mir die große Gnade, nicht ängstlich auf mich zu schauen – Dr. Erich Kuen

Als ich auf den Kreuzberg ging, sah ich, dass ein Pater zwischen den Steinen saß. Ich kam näher und erkannte P. Slavko, der im Sterben lag. Plötzlich hörte es auf zu regnen. Die Wolken wurden von unten von der Sonne beschienen und über der Kirche sah ich einen kleinen Regenbogen. Da habe ich gewusst: P. Slavko ist im Himmel! Dann trugen wir ihn zu sechst vom Berg hinunter. Der Weg war sehr rutschig. Beim Gehen glitt sein Arm von seiner Brust und seine Hand schlug auf meine Schulter. Da fiel mir meine erste Begegnung mit ihm ein, als ich mit ihm sprach, ob ich vielleicht eine Berufung hätte, und er mir mit seiner Hand von vorne auf die Brust klopfte. Den Schlag jetzt empfand ich so wie: Na mach schon!

In dieser Stunde erbat mir P. Slavko die große Gnade, nicht ängstlich auf mich zu schauen, sondern mit Vertrauen den Menschen dienen zu wollen. Es war der Beginn meines Weges zum Priestertum.

 

Die Gospa zeigt uns einen Weg aus der Rezession

Vor tausenden Menschen hielt der Seher Ivan Dragicevic aus Medjugorje am 17. November 2011 im Wiener Stephansdom einen beeindruckenden Vortrag, in dem er über den Weg der Gottesmutter sprach, durch den sie uns aus der geistlichen Rezession führen will.  Wir geben den Vortrag von Ivan hier wieder.

Liebe Freunde in Christus!

Am Beginn dieser Begegnung möchte ich euch alle herzlich begrüßen. Ich bin froh, dass ich heute Abend mit euch die gute Nachricht, die uns die Muttergottes durch diese Jahre bringt, teilen  kann, damit wir sie mit unserem Herzen aufnehmen und das zu leben beginnen, wozu uns die Mutter ruft. Die Gottesmutter kommt zu uns wie eine Lehrerin. Heute Abend sind wir alle in ihre Schule gekommen und möchten von ihr lernen, auf sie hören und besser werden.

Die Muttergottes spricht durch diese 30 Jahre einfach zu uns, damit wir so gut wie möglich verstehen und gut leben können. Am Anfang der Erscheinungen sagte die Gospa (Gottesmutter, Anm. d. Red.): „Ich bin gekommen, um euch zu sagen, liebe Kinder, dass es Gott gibt. Deshalb entscheidet euch für ihn. Stellt Gott in eurem Leben, in eurer Familie an den ersten Platz. In ihm werdet ihr Frieden, Sicherheit und Schutz finden.“

Im Evangelium sagt uns Jesus: „Kommt alle zu mir, die ihr müde und belastet seid. Ich werde euch Ruhe und Kraft geben.“ Wir sind heute Abend zu Jesus gekommen, um in ihm Frieden zu finden. Wir sind zur heiligen Messe als dem Zentrum unseres Lebens gekommen.

30 Jahre sind bereits vergangen – 30 Jahre der Gnade. Vor 30 Jahren hat die Gospa an die Tür meines Herzens geklopft. Sie hat mich auserwählt, dass ich ihr Instrument sein darf, ein Instrument in ihren und in Gottes Händen. Für mich und mein Leben, für meine Familie ist das eine große Freude, aber auch eine große Verantwortung. Ich weiß, dass Gott mir viel gegeben hat, aber ich weiß, dass er auch viel von mir verlangt. Ich bin mir dieser Verantwortung bewusst und versuche darin jeden Tag zu leben. Ich bin kein Heiliger, aber ich versuche besser zu werden. Das ist mein Wunsch, der tief in meinem Herzen liegt. Ich wurde nicht über Nacht bekehrt, weil ich die Gospa sehe, sondern meine Umkehr ist ein Prozess, ein Weg durch mein Leben hindurch. Und dafür muss ich mich entscheiden, darin muss ich ausharren. Jeden Tag muss ich mich gegen die Sünde und das Böse entscheiden und den Frieden in mir wachsen lassen, mich dem Heiligen Geist öffnen, für die Gnade offen sein, Christus in seinen Worten annehmen und in meinem Leben leben, und so in der Heiligkeit wachsen.

Durch diese 30 Jahre hindurch stellt sich mir konstant die Frage: „Mutter, warum gerade ich? Gab es denn niemand Besseren als mich? Werde ich fähig sein, all das, was du mir sagst, so zu verwirklichen, wie du das möchtest?“ Es gibt keinen Tag, an dem sich nicht diese Frage stellt. Einmal war ich allein mit der Gospa. Und ich fragte sie: „Mutter, warum hast du gerade mich ausgewählt?“ Sie gab mir zur Antwort: „Mein liebes Kind, du musst wissen, ich wähle nicht immer die Besten aus.“ Danach habe ich nie wieder diese Frage gestellt.

Vor 30 Jahren hat mich die Gospa in ihre Schule genommen, die Schule des Friedens, der Liebe, des Gebets. Ich möchte ein guter Schüler sein und meine Hausaufgaben, die ich von der Gospa erhalte, so gut als möglich erfüllen. Wenn die Gospa mich nicht erwählt hätte, wäre ich heute Abend nicht hier und hätte wahrscheinlich viel mehr private Zeit. Aber wir müssen den Plänen Gottes gegenüber offen sein und beten, dass wir sie erkennen und annehmen können. Glaubt mir, es ist nicht einfach, jeden Tag mit der Gospa zu sein, mit ihr zu sprechen, mit ihr jeden Tag im Licht des Paradieses zu sein und dann jeden Tag in die Welt zurückzukehren. Wenn ihr die Gospa auch nur eine Sekunde sehen würdet – ich bin mir nicht sicher, ob euer Leben in der Welt dann noch für euch interessant wäre. So groß ist die Liebe der Mutter, ihre Schönheit!

Was sind die wichtigsten Dinge, zu denen uns die Gospa in den 30 Jahren ruft?

Ihr wisst, dass uns die Gospa viele Botschaften gegeben hat. Ich möchte die wichtigsten hervorheben, durch die uns die Gottesmutter führt: Friede, Umkehr, Rückkehr zu Gott, mit dem Herzen beten, Fasten und Buße, fester Glaube, Liebe, Vergebung, Eucharistie, Beichte, und die Botschaft der Hoffnung. Durch diese Botschaften führt uns die Gospa.

Am Anfang der Erscheinungen stellte sich die Gospa als Königin des Friedens vor. Und ihre ersten Worte waren: „Liebe Kinder! Ich komme, denn mein Sohn sendet mich, euch zu helfen. Friede, Friede, nur Friede! Möge der Friede sein! Möge der Friede in der Welt herrschen! Liebe Kinder, der Friede soll zwischen Gott und den Menschen und unter den Menschen herrschen.“

Das waren ihre ersten Worte. Durch sie sehen wir, was der größte Wunsch der Gospa ist: Es ist der Friede! Wer kann das besser wissen als die Mutter. Seht, wie wichtig der Friede für uns in dieser müden Welt ist, in unseren Familien, für unsere Jugendlichen, für unsere Kirche! Die Muttergottes kommt zu uns als Mutter der Kirche, sie möchte uns stärken und uns sagen: „Liebe Kinder! Wenn ihr stark seid, dann wird die Kirche stark sein. Wenn ihr schwach seid, wird auch die Kirche schwach sein. Ihr seid meine lebendige Kirche! Ihr seid die Lunge meiner Kirche.“ Die Gottesmutter kommt zu uns, weil sie uns helfen will, weil sie uns aufheben möchte. Sie will uns ermutigen, trösten und unsere Tränen trocknen und uns auf dem Weg der Hoffnung führen. Denn unsere Welt ist ohne Hoffnung geblieben, weil wir Gott verlassen haben und andere Dinge vor ihn gestellt haben. Die Gottesmutter bringt uns die göttliche Medizin, die unsere Krankheiten heilt. Sie möchte unsere Wunden verbinden mit so viel Liebe, Zärtlichkeit und mütterlicher Zuwendung. Sie möchte uns zu ihrem Sohn führen. Nur er ist unser wahrhaftiger Friede.

In einer Botschaft sagt die Gospa: „Liebe Kinder, heute wie nie zuvor habt ihr Menschen eine Zukunft ohne Gott geschaffen.“ Die Krise ist das Zeichen unserer Zeit: Die größte Krise ist die Krise des Glaubens an Gott. Wir haben uns von Gott entfernt und wollen allein in die Zukunft hinein wandern. Aber die Gospa ruft: Nur mit Gott! Geht mit ihm in die Zukunft. Die Gospa sagt, die Welt kann den Frieden nicht geben. Wir werden schnell enttäuscht. Friede liegt nur in Gott. Deswegen entscheiden wir uns für ihn!

Die Gospa kommt zu uns und sagt: „Liebe Kinder, das Gebet hat in euren Familien aufgehört.“ Die Eltern beten nicht mehr mit den Kindern. In den Familien gibt es keine Zeit mehr miteinander und keine Liebe füreinander. So viele Familien sind müde und zerstört. Aber die Gospa ruft uns: „Liebe Kinder, das Gebet soll in eure Familien zurückkehren. Betet in euren Familien! Stellt Gott an den ersten Platz!  Nur mit der Rückkehr des Gebetes in eure Familien können wir erwarten, dass die Welt besser wird und die Familien und die Gesellschaft gesunden. So wird es mehr Liebe und Frieden geben.“

Deshalb ruft uns die Gottesmutter so oft zum Gebet auf. Sie kommt zu uns, weil sie uns aus der Finsternis und all dem Dunklen herausführen will auf den Weg des Lichtes und der Hoffnung. Sie sagt: „Wenn es den Frieden im Herzen des Menschen nicht gibt, kann auch kein Friede in der Welt sein. Deswegen rufe ich euch auf, liebe Kinder, sprecht nicht vom Frieden, sondern beginnt den Frieden zu leben. Sprecht nicht über das Gebet, sondern beginnt das Gebet zu leben. Liebe Kinder, nur mit der Rückkehr des Gebets können eure Familien geistlich gesunden.“

Die heutige Welt braucht diese geistliche Heilung. Die Gospa kommt, um uns zu helfen. In der Zeit, in der wir leben, begegnen wir oft dem Wort „Rezession“. Wir sprechen von der wirtschaftlichen Rezession. Die heutige Welt ist aber auch in einer geistlichen Rezession. Die Gospa will uns einen neuen Weg aus der Rezession zeigen. Sie will die Menschen aus der Sünde herausführen, weil sie um unser Heil besorgt ist. Und deshalb sagt sie: „Liebe Kinder, ich bin mit euch. Ich komme, um euch zu helfen, damit der Friede kommen kann. Aber, liebe Kinder, ich brauche euch, ich kann nur mit euch den Frieden schaffen. Deshalb, liebe Kinder, entscheidet euch für das Gute und kämpft gegen das Böse.“

Die Gospa spricht einfach. So oft wiederholt sie alles. 

In diesen 30 Jahren sehe ich jeden Tag die Gospa. Sie wird nicht müde uns zu rufen und uns alles immer wieder neu zu sagen. Ihr Mütter, die ihr heute Abend hier seid, wie oft habt ihr euren Kindern gesagt, dass sie gut sein sollen, dass sie lernen und ihre Aufgaben machen sollen? Tausende Male habt ihr das euren Kindern wiederholt, und ich hoffe, dass ihr noch nicht müde davon geworden seid. Oder gibt es eine Mutter hier, die behaupten kann, dass sie ihrem Kind nur einmal etwas sagen musste, weil ihr Kind gleich alles befolgt hat? Diese Mutter gibt es nicht. Denn jede Mutter muss wiederholen, damit es das Kind nicht vergisst. So macht es auch die Gospa mit uns in diesen 30 Jahren: Sie wiederholt es uns, damit wir es nicht vergessen. Sie ist nicht gekommen, um uns zu verängstigen und zu bestrafen, oder uns vom Ende der Welt oder dem zweiten Kommen Jesu zu erzählen. Sie sagt uns: „Liebe Kinder, Jesus schenkt sich euch jeden Tag. Kommt zur  heiligen Messe. Möge die hl. Messe im Zentrum eures Lebens sein.“

Als wir am Beginn der Erscheinungen einmal alle sechs Seher zusammen knieten, sagte uns die Gospa: „Ihr Kinder, wenn ihr euch entscheiden müsstet, morgen mir zu begegnen oder zur heiligen Messe zu gehen, dann geht zur heiligen Messe, in der sich euch Jesus schenkt.“ Deshalb ruft uns die Gospa auf, dass die heilige Messe das Zentrum unseres Lebens wird. Sie lädt uns zur monatlichen heiligen Beichte ein, dass wir vor dem Kreuz knien und das Allerheiligste anbeten. Die Priester sollen in ihren Pfarren zur Eucharistischen Anbetung einladen. Die Gospa ruft uns zum Rosenkranzgebet und zum Lesen der Bibel in unseren Familien auf. Dadurch wird Jesus in unseren Herzen geboren. Sie sagt, dass die Heilige Schrift an einem sichtbaren Ort in unserer Familie sei. Möge das die geistliche Nahrung auf unserem Lebensweg sein. Die Gospa ruft uns auch zum Fasten und zur Buße auf, besonders am Mittwoch und Freitag.

In einer Botschaft sagt die Gospa: „Liebe Kinder, wenn ihr wüsstet, wie sehr ich euch liebe, würdet ihr vor Freude weinen.“ So groß ist die Liebe der Mutter! Nach der Begegnung mit der Gospa ist es mir unmöglich, mit eigenen Worten zu sagen, wie sehr sie uns liebt. Sie wendet sich uns allen zu, allen ihren Kindern. Ihre Botschaften beginnt sie mit „Liebe Kinder!“,  weil sie uns alle liebt, und weil wir alle wichtig sind für sie. Und sie bedankt sich bei uns mit den Worten: „Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

OASE FEBRUAR 2012

Dieser Friede ist seither nicht mehr von mir gewichen

Vor tausenden Menschen gab die junge Diplomingenieurin Justyna Okolowicz am 17. November 2011 im Wiener Stephansdom ein beeindruckendes Zeugnis, wie ein unfreiwilliger Aufenthalt in Medjugorje ihr ganzes Leben verändert hat.

Ich darf euch alle ganz herzlich begrüßen. Wenn mir jemand vor fünf Jahren gesagt hätte, ich werde einmal in einer Kirche, noch dazu in einem Dom, über die Größe Gottes erzählen, hätte ich ihn ausgelacht. Eher hätte ich mir damals vorstellen können, an einer Demonstration gegen die Kirche teilzunehmen. Das hätte mir damals mehr entsprochen.

Um zu erzählen, wie Medjugorje mein Leben verändert hat, ist es nicht unwichtig zu wissen, wie es vor Medjugorje ausgeschaut hat. Ich komme aus einer polnischen Familie, und man könnte meinen, ich hätte den katholischen Glauben mit der Muttermilch aufgesogen. Aber dem war nicht so. Meine Familie hatte mit Religion und Glauben nichts am Hut. Es war eher alles geprägt von Leistungsdenken und einem technischen und naturwissenschaftlichen Weltbild. In unserer Familie gab es Streit und auch viele Konflikte. Und so habe ich schon von früh auf begonnen, mein Herz irgendwie abzuschotten und Mauern um mich herum aufzubauen. Ich habe gelernt, dass der einzige Mensch, auf den ich mich verlassen kann, eigentlich ich selber bin. „Ich kann mich auf mich verlassen, sonst auf niemanden“, wurde mein Motto.

Als ich 14 Jahre alt war, haben sich meine Eltern scheiden lassen. Es war die Zeit, in der bei vielen jungen Menschen die Pubertät voll aufbricht und sich viele Fragen auftun. Meine Halt- und Orientierungslosigkeit wurde nur noch größer. In mir ist die Überzeugung: „Du kannst dich nur auf dich selbst verlassen!“ noch mehr gewachsen. Ich war auch in der Schule ganz gut, vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, und so wurde meine Überzeugung immer wieder neu bestätigt, so nach dem Motto: „Das einzige, worauf es im Leben ankommt, ist der Wille. Und wenn du etwas nicht erreichst, dann hast du es nicht genug gewollt.“ Vor diesem Hintergrund war Religion für mich etwas für Schwächlinge, für Menschen, die es alleine nicht auf die Reihe kriegen, keinen Willen haben und sich nicht anstrengen. Und deshalb brauchen sie irgendeinen Gott und eine Religion, die ihnen hilft, damit zurechtzukommen.

Nach meiner Matura habe ich begonnen, in Leoben in der Steiermark zu studieren. Nach außen hin war mein Leben nicht schlecht. Ich war sehr gut an der Universität und hatte auch einen interessanten Lebenslauf mit vielen Praktika im In- und Ausland. Und dennoch war in mir dieses Abschotten, das schon sehr früh begonnen und mit den Jahren immer mehr zugenommen hatte. Nach außen hin war mein Leben super, innen war aber nichts vorhanden. So könnte man diese beiden Extreme beschreiben.

Kurz vor meiner Diplomprüfung durfte ich in Banja Luka in Bosnien und Herzegowina ein Praktikum machen. Es wäre schon eine eigene Geschichte darüber zu erzählen, wie es zu diesem Praktikum gekommen war. Als sich das Praktikum dem Ende zuneigte, wollte ich noch Urlaub machen und nach Kroatien fahren. Wir waren eine große Gruppe von Praktikanten, und unter  ihnen war ein Kollege, der zu selben Zeit wie ich Praktikumsende hatte. So besprachen wir, gemeinsam zu fahren, und überlegten uns, wo die schönsten Strände sind und wo man am besten entspannen könnte. Er sagte aber, dass er auf dem Weg ans Meer nach Medjugorje fahren möchte, da seine Mutter einmal dort war und viel darüber erzählt hätte. Ich wollte das eigentlich nicht und war überzeugt, dass wir dadurch nur wertvolle Zeit verlieren. Da ich aber nicht alleine fahren wollte, stimmte ich zu.

Wir fuhren dann nach Medjugorje und ich machte kein Geheimnis über meine Einstellung zu allem Religiösen. Als wir nach unserer Ankunft in Richtung Kirche gingen, änderte sich mein Bild in keiner Weise. Ich sah all die Geschäfte mit den Tausenden Rosenkränzen in allen Variationen und dachte mir nur, was die Kirche nicht alles unternimmt, um die Menschen zu knechten, sie abhängig zu machen und mit ihnen Geld zu verdienen.

Mit dieser Einstellung setzte ich mich vor die Kirche. Dort lernte ich zufällig eine junge Frau kennen, die auch gerade angekommen und zum ersten Mal hier war. Begeistert erzählte sie mir über ihre Bekehrung, die sie vier Monate davor in Lourdes erlebt hatte. Ich dachte mir nur: „Was für einen Blödsinn du hier erzählst. Das gibt es einfach nicht.“ Dann meinte sie noch, es wird jetzt gleich die heilige Messe gefeiert und wir sollten doch hingehen. Ich antwortete ihr, sie sollte ruhig gehen; ich würde hier an dieser Stelle bleiben, da ich die heilige Messe nicht mitfeiern würde. Die junge Frau erwiderte mir, dass es schade wäre, wenn ich nicht mitkäme, weil wir uns dann wahrscheinlich nicht mehr treffen würden. So begannen wir zu diskutieren, bis ich dann eben mitging. Es war der 26. August 2006. Die hl. Messe wurde im Freien gefeiert und ich bin ganz am Rande gestanden, weil es mich wirklich nicht interessiert hat, was hier geschah. Noch dazu wurde der Gottesdienst in kroatischer Sprache gefeiert. Aber irgendwann während der hl. Messe, ich weiß nicht warum, da blickte ich nach vorne zum Altar, vielleicht nur um zu schauen, wann es aus sein wird. In diesem Moment wurde etwas Weißes hochgehalten, und ich habe gespürt, dass das, was hier geschah, die Wahrheit, das wirkliche Leben ist, und dass mein Leben genau in die entgegengesetzte Richtung ging, auf einen Abgrund zu. Dieser Augenblick hat mein ganzes Leben verändert. Danach hatte ich das tiefe Bedürfnis, mit einem Priester zu reden, also mit einem jener Menschen, die für mich bis dahin die Krönung der Dummheit verkörperten, da sie ihr Leben auf einer Religion und einer Kirche aufgebaut hatten. Aus dem halben Tag, der für Medjugorje geplant war, wurden letztlich sechs Tage. Der Kollege, mit dem ich unterwegs war, fuhr nach drei Tagen bereits weiter.

Am nächsten Tag habe ich dann einen Priester angesprochen und mit ihm über Dinge geredet, die mich seit meiner Kindheit bedrückt hatten. Er hat aus dem Gespräch eine Beichte gemacht. Und so hat mein Weg in Medjugorje begonnen. Auf seinen Vorschlag hin  habe ich angefangen, mit Gott zu reden, was ja am Beginn gar nicht so einfach ist.

Mein Aufenthalt in Medjugorje war sehr umkämpft. Jeden Tag wollte ich diesen Ort verlassen, und jeden Tag sprach ich mit diesem Priester über alle meine Vorurteile gegen die Kirche, die ich in meinem Herzen hatte und mit denen ich jahrelang konfrontiert worden war – die Sexualmoral, die Inquisition, die Kreuzzüge und so fort.

In meinem Leben gab es eine große Unversöhntheit

Diese sechs Tage in Medjugorje waren eine sehr intensive Zeit, in der mir klar wurde, dass es eine große Unversöhntheit in meinem Leben gab, die mich eigentlich hinderte, mich ganz auf den Glauben und die Kirche einzulassen. Der Priester riet mir, für die Person, die mich so verletzt hatte, zu beten. Ich aber sagte ihm nur, dass ich das sicher nicht tun würde. Ich verstand aber, dass es nicht möglich ist, Christ zu sein und selbst nicht vergeben zu können.

Und dann gab es noch einen zweiten Moment: Es war gerade Eucharistische Anbetung im Freien, als ich weit hinten, in großer Entfernung vom Altar, vorbei ging. Ich wusste nicht, was Anbetung ist. Aber ich blickte kurz hin zu dieser Monstranz und wusste in einem Moment, dass sich all dieser Hass und Groll gegen einen bestimmten Menschen in Liebe und Friede verwandelt hatte. Und dieser Friede ist seither nicht mehr von mir gewichen.

Als ich nach Wien zurück fuhr, spürte ich, dass sich mein ganzes Leben verändert hatte und dass nichts mehr so wie früher sein würde. Zu Hause angekommen registrierte ich, dass alle meine Probleme, meine Familiensituation, alles gleich geblieben war. Äußerlich hatte sich nichts geändert. Es gab da kein Wunder. Aber in mir hatte sich alles verändert. Ich wusste, dass ich diesen kleinen Samen, der in Medjugorje in mich gesät worden war, behalten wollte, und es war mir klar, dass ich das nicht allein konnte. Kein Mensch schafft das alleine. Wo sollte ich aber Leute finden, die so empfanden wie ich? Der Priester hatte mir in Medjugorje gesagt, dass es in Wien sicher Gebetsgruppen geben würde. Das bezweifelte ich, da ich noch nie davon gehört hatte. Aber schon nach vier Tagen fand ich Kontakt zur Jüngergemeinschaft, die seither meine geistige Heimat ist. Und ohne diese Gemeinschaft würde ich heute auch nicht hier stehen, da dieser kleine Same in mir höchstwahrscheinlich verloren gegangen wäre. Zugleich wünschte ich mir, zu diesem Gott und zu dieser Kirche, gegen die ich immer so laut geredet hatte, offiziell ja zu sagen. In Gesprächen kam heraus, dass ich noch gar nicht gefirmt war. Und so wurde ich neun Monate später, auf einer Wallfahrt nach Mariazell, gefirmt.

„Mit dir, Maria, Christus verkünden, das ist mein Wunsch 

Als ich damals aus Medjugorje zurückkam, machte ich meine Diplomprüfung an der Uni. Ich spürte aber, dass mich all die großen Pläne, die ich vorher gehabt hatte, nicht mehr interessierten. Das einzige, was ich machen wollte, war, das, was ich in Medjugorje erfahren hatte, zu den Menschen zu bringen. Aber was sollte ich denn da erzählen, wo ich keine Ahnung von Gott hatte, den ich erfahren durfte? So habe ich heimlich begonnen, Theologie zu studieren, weil ich das begreifen wollte, wohin ich da hineingerutscht bin und was mir als großes Geschenk gegeben worden ist. Und ich habe auch gebetet und gesagt: „Herr, ich will für dich arbeiten.“ Nach drei Jahren durfte ich als Missionarin nach Afrika gehen, was auch für mich und meinen Glauben ein sehr wichtiges Jahr war. Und ich habe im Gebet auch immer wieder zur Muttergottes gesagt: „Mit dir Christus verkünden, das ist mein Wunsch. Das Niveau meiner Heiligkeit ist zwar nicht sehr hoch. Aber vielleicht kannst du etwas machen.“ Nach meiner Rückkehr hat es sich ergeben, dass ich bei Radio Maria zu arbeiten beginnen durfte, in einem Medium, durch das Jesus Christus durch Maria den Menschen verkündet wird.

Seit ich in Medjugorje war, ist kein Tag vergangen, an dem ich Gott am Morgen nicht gedankt hätte für das Geschenk, das er mir zuteil hat werden lassen – in meinem Leben, das leer war, darf ich ihn, mein größtes Geschenk, kennen lernen und mit ihm gehen. Die Einsamkeit, die in meinem Herzen da war, ist verschwunden und hat sich in einen Weg gemeinsam mit ihm, einen Weg der Nachfolge Christi, gewandelt. Und dafür bin ich ihm dankbar und das wünsche ich jedem von euch. Danke, Jesus!

PRESSESTIMMEN