Friedensgebet 2019

Bericht über das XII Friedensgebet im Wiener Stephansdom am 19. Sept. 2019

Mit
Kardinal Christoph Schönborn
P. Bernhard Vosicky OCist
P. Marinko Sakota OFM, Medjugorje
Magnus MacFarlane-Barrow
und
Marija Pavlovic-Lunetti

Unter der Patronanz von Kardinal Christoph Schönborn findet seit 2008 jährlich das „Message for you“ – Friedensgebet im Wiener Stephansdom statt. Am 19. September 2019 wird unser Kardinal in Konzelebration mit zahlreichen Priestern, darunter Pater Marinko Sakota, der Pfarrer von Medjugorje, und Tausenden Menschen im Dom um den Frieden beten und die Heilige Messe feiern.

Papst Franziskus hat am 12. Mai dieses Jahres offizielle Wahlfahrten nach Medjugorje erlaubt. Im kroatischen Kirchenkalender wird an diesem Tag der Gedenktag des Heiligen Leopold Mandic begangen, ein Kapuzinerpater und sehr beliebter Beichtpriester, der in Medjugorje besonders verehrt wird und dessen Statue sich in unmittelbarer Nähe der Beichtstühle befindet.

Am  1. August überbrachte Kardinal Angelo de Donatis, Generalvikar von Rom, den Tausenden Jugendlichen, die zum Internationalen Gebetstreffen der Jugend nach Medjugorje gekommen waren, die herzlichen Grüße und den Segen des Heiligen Vaters. Neben Kardinal De Donatis und dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, waren zu diesem Gebetstreffen, dem „Mladifest“, noch weitere 12 Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle aus Italien, Bosnien und Herzegowina, Spanien, Polen, Frankreich und Kroatien sowie aus Südkorea nach Medjugorje gekommen. 

Das diesjährige Friedensgebet im Stephansdom steht ganz im Zeichen dieser Ereignisse. In seiner Großbotschaft an die Jugendlichen in Medjugorje, die aus 80 Ländern angereist waren, schrieb Kardinal Christoph Schönborn: 

„Liebe Brüder und Schwestern, liebe Jugendliche! Wie jedes Jahr freut es mich, euch einen Gruß zum großen Jugendtreffen zu schicken. Schritt für Schritt hat unser Heiliger Vater in den vergangenen Jahren Zeichen gesetzt, dass Medjugorje ein gesegneter Ort ist, an dem die Muttergottes, die Gospa, den Menschen so nahe ist und so viel Hilfe schenkt. Wir können ihm alle nur von Herzen danken für seine kluge und liebevolle Hirtensorge. In der Person von Erzbischof Hoser hat er einen persönlichen Vertreter auf Dauer nach Medjugorje geschickt. Zur Eröffnung des Mladifestes kam sein eigener Vikar, Kardinal De Donatis. Alle diese Zeichen zeigen, dass die Kirche dankbar anerkennt, was so viele Menschen seit Jahrzehnten in Medjugorje erfahren und was euch bewegt, trotz der sommerlichen Hitze so zahlreich an diesen Gnadenort zu kommen. Hier ist der Himmel uns nahe, hier schenkt die Gospa so viel Trost und Bekehrung, hier entdecken viele von euch die Freude der Beichte, des Sakraments der Vergebung. Hier erlebt ihr die Gemeinschaft im Glauben, hier knüpft ihr Freundschaften, hier erleben viele innere Heilung von Wunden des Lebens. Ich freue mich schon jetzt, dass ich zum nächsten Mladifest, so Gott will, wieder nach Medjugorje kommen kann. Betet für Papst Franziskus, dem wir so viel verdanken. Im Glauben und im Gebet verbunden Euer P. Christoph Kardinal Schönborn.“

Beim 12. Friedensgebet im Wiener Stephansdom dürfen wir wieder um den Frieden in der Welt, in den Familien und Gemeinschaften und in den Herzen der Menschen gemeinsam mit tausenden Menschen und vielen beeindruckenden Glaubenszeugen in besonderer Weise beten, danken und singen.

Das Gebetsprogramm beginnt um 16.00 Uhr mit Liedern, Gebeten, Glaubenszeugnissen und geistlichen Impulsen von Pater Bernhard Vosicky, P. Marinko Sakota, Magnus MacFarlane-Barrow, Mitgliedern der Gemeinschaft Cenacolo und Marija Pavlovic-Lunetti aus Medjugorje.

Um 18.00 Uhr Rosenkranz, 19.00 Uhr Hl. Messe mit Kardinal Christoph Schönborn und zahlreichen konzelebrierenden Priestern. Im Anschluss folgt eine Eucharistische Anbetung und Lobpreis.

Musikalische Gestaltung: Mag. Margit Cerny, Violine: Melinda Dumitrescu 

Kardinal Christoph Schönborn

öffnet seit 2008 jährlich die Pforten des Doms für das Medjugorje Friedensgebet. Er selbst besuchte Medjugorje zum Jahreswechsel 2009/2010, um den zahlreichen Pilgern aus seiner Diözese, die zu dieser Zeit den Gebetsort aufsuchen, nahe zu sein, wie sein Pressesprecher mitteilte. Mit Grußbotschaften dankte er seither als einziger Bischof den bis zu 50.000 Jugendlichen, die jährlich im August aus bis zu 80 Ländern zum Internationalen Gebetstreffen der Jugend nach Medjugorje kommen und das „Mladifest“ längst zum größten katholischen Gebetstreffen Europas gemacht haben.

In seiner Grußbotschaft aus dem Jahr 2012 sagte der Kardinal unter anderem:  

„Den unzähligen Jugendlichen, die seit heute nach Medjugorje gekommen sind, sende ich meinen herzlichen Gruß und Segen. Es erfüllt mich mit Freude und Bewunderung, dass ihr alle die Mühe auf euch nehmt, an diesen so heißen und abgelegenen Ort zu kommen, wo euch kein Meeresstrand, kein Schwimmbad erwartet, aber wo eine Mutter auf euch wartet, die Gospa, die jeden von euch kennt und liebt.“

Pater Bernhard Vošicky OCist

zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Beichtpriestern in Österreich. Es freut uns deshalb besonders, dass P. Bernhard beim 12. Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom ein persönliches Zeugnis geben wird.

Pater Dr. Bernhard Vosicky ist derzeit Subprior des Stiftes Heiligenkreuz. Er ist Professor für Liturgiewissenschaft an der Hochschule Heiligenkreuz und Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft und Kirchliche Musik. 

In einem Interview aus dem Jahr 2017 sprach P. Bernhard über seine Erfahrungen in Medjugorje:

„P. Bernhard, man sagt, Medjugorje sei der Beichtstuhl der Welt. Wie sehen Sie das?“ 

„Ich sehe sowohl in Medjugorje als auch in Lourdes und in Fatima, dass die Beichtstühle nicht nur überfüllt sind, sondern, dass es auch wirklich zu echten Wundern der Bekehrung kommt. Das größte Wunder ist ja das, wenn ein Mensch, der sich von Gott abgesondert oder entfernt hat, wieder zu Gott zurückfindet.“ 

„Können Sie uns ein paar persönliche Erlebnisse, die Sie mit Medjugorje verbinden, schildern?“ 

„1981, als die Erscheinungen begonnen haben, war ich mit einer Gruppe von Anfang an dabei. Eines Tages waren wir sogar mit Ivan am Kreuzberg, und ich stand direkt neben ihm, als er einfach zu Boden sinkt und dann nicht vernehmbar spricht. Die Gospa erschien mit vielen Engeln und segnete insbesondere den Priester, nämlich mich, schilderte mir Ivan kurz darauf. Es ist schön für mich zu sehen, dass Maria die Kirche und die Stellvertreter ihres Sohnes kennt. 

Dann habe ich Beichte gehört, aber damals war das noch nicht so wie heute, damals war das noch ganz urtümlich. Zuerst bin ich eine Stunde lang auf einem Feld gestanden bis mir nach einer Stunde oder noch länger jemand einen Sessel gebracht hat. Das war schon sehr angenehm, auch wenn ich damals noch jung war – etwas über 30. Dann kamen immer mehr Leute; eine Frau aus Frankreich werde ich niemals vergessen. Sie sagte zu mir, dass sie nicht getauft sei, aber trotzdem beichten wolle. Sie berichtete mir von einer schmerzhaften Sünde. Ich sagte ihr dann, dass wenn sie nach Hause kommt, sie sich zur Taufe melden soll und habe dann für sie fürbittend gebetet. Darin sieht man genau, dass die Muttergottes die Menschen zu Christus führt. Sie führt nie zu sich selbst, sondern immer zum Herrn. Sie verteilt immer Gottes Licht, und nicht die Dunkelheit.“ 

„Wie sehen Sie die so lang andauernden Botschaften der Muttergottes?“ 

„Die Echtheit besteht darin, dass es in den Botschaften um Dinge geht, die ganz dem Worte Jesu und seiner Frohen Botschaft entsprechen. Es ist nur auf den momentanen Zustand angepasst und auf die Herzen derer abgestimmt, die sie aufnehmen. Der Katechismus schreibt, dass es einen „sensus fidelium“, also einen Spürsinn der Gläubigen gibt, die ganz genau merken, anhand der Unterscheidung der Geister – ist das von Gott, trifft das mein Herz oder nicht? Und man sieht, dass die Herzen vieler Menschen getroffen werden, die dann eben einen christlichen Glaubensweg einschlagen oder sogar zu einer tiefen innerlichen Bekehrung kommen. Das andere Kriterium der Heiligen Schrift ist ‚an den Früchten werdet ihr die Wahrheit erkennen‘.“ 

Gebetsaktion Medjugorje, 2017, Nr. 127

Pater Marinko Sakota

wurde am 13. Juli 1996 in Frohnleiten in der Steiermark zum Priester geweiht. Sein erster priesterlicher Dienst war im Franziskanerkloster in Innsbruck. Danach wurde er zum geistlichen Begleiter in Frohnleiten und anschließend zum Kaplan in Augsburg bestellt. Ab dem Jahr 2000 war er Kaplan in Mostar, danach Pfarrer in Gradnici. Seit September 2010 ist P. Marinko Sakota ständig in Medjugorje, zuerst als Kaplan, und seit 2013 als Ortspfarrer. Für P. Marinko stehen die Vertiefung in die Botschaften und die geistliche Erneuerung an erster Stelle. In seinen Katechesen und Predigten gelingt es ihm in besonderer Weise, die Menschen für das Evangelium zu gewinnen. 

Anlässlich des 38. Jahrestages der Erscheinungen in Medjugorje sagte P. Marinko im Juni dieses Jahres:

„Am 38. Jahrestag der Erwählung der Pfarre Medjugorje dürfen wir uns dankbar an alles erinnern, was an den Kindern der Gospa in dieser Pfarre und auf der ganzen Welt geschehen ist.

Erinnern ist notwendig für die Pfarre Medjugorje, sowie auch für alle anderen, die den Ruf der Gottesmutter gehört und ihm auch schon geantwortet haben. Achtunddreißig Jahre – noch ein bisschen, dann werden es 40 (!) Jahre der Auserwählung durch die Gottesmutter und unserer Antwort sein. 38 Jahre beschützt und leitet die Gottesmutter ihr Volk durch „die Wüste“ der heutigen Zeit – hinaus aus den verschiedensten Formen der Freiheitsberaubung und gegen die Unruhen gegen den Frieden. Die Hand der Muttergottes ist uns entgegengestreckt. Viele der Pfarrmitglieder und Menschen aus der ganzen Welt sind dem Ruf der Gospa gefolgt und haben ihre Hände der Gottesmutter entgegengestreckt. Manche haben sich von ihr entfernt. Der Jahrestag ist eine Möglichkeit für einen neuen Anfang.“

Marija Pavlovic-Lunetti

zählt zur Gruppe der sechs jungen Menschen aus dem herzegowinischen Ort Medjugorje, die seit dem 25. Juni 1981 davon berichten, die Gottesmutter zu sehen. Selbst die Androhung von Strafen durch das kommunistische Regime Ex-Jugoslawiens konnte sie nicht davon abhalten, das zu bezeugen, was sie gesehen hatten. Heute ist Marija verheiratet und Mutter von vier Kindern. Die Erscheinungen erlebt sie seit diesem 25. Juni 1981 täglich. Sie sagt darüber: „Als die Erscheinungen begannen, hat sich uns die Muttergottes als die Königin des Friedens vorgestellt. Und sie hat uns gebeten, ihre Friedensboten zu sein. Ein paar Tage später ist sie dann vor einem Kreuz erschienen und hat gesagt: „Frieden mit Gott und mit den Menschen, Friede unter den Menschen und Friede in der Welt.“ Das war die erste Botschaft, die uns die Gottesmutter gegeben hat. Und heute spüren wir in unseren Herzen, wie wichtig der Friede ist. Friede ist der größte Reichtum, den ein Mensch besitzen kann; nicht die materiellen Dinge – der Friede im Herzen. Deshalb hat die Gottesmutter uns gesagt: „Gott hat mir erlaubt, bei euch zu sein, um euch zu rufen, um euch zu lieben und um euch zu unterrichten auf dem Weg des Friedens.“ 

Über Marija Pavlovic-Lunetti gibt die Gottesmutter an jedem 25. des Monats eine Botschaft für die Pfarre Medjugorje und für alle Menschen, die sich in besonderer Weise von ihr führen lassen wollen. 

Magnus MacFarlane-Barrow 

kam im Alter von 14 Jahren erstmals nach Medjugorje und wurde bereits damals von den Ereignissen berührt. Während des Balkankrieges organisierte er Hilfslieferungen von Schottland auf den Balkan. Im Jahr 2002 rief ihn eine Medjugorje-Pilgerin aus dem südostafrikanischen Land Malawi während einer Hungerkatastrophe zur Hilfe. Magnus organisierte spontan Schulmahlzeiten für 200 Kinder in der Nähe von Blantyre im Süden von Malawi. Diese einfache Hilfe erwies sich bereits nach kurzer Zeit als besonders effektiv. Es entstand die Hilfsorganisation Mary’s Meals, die der Gottesmutter geweiht ist und durch die heute, mit Hilfe der Mütter der Kinder, täglich 1,5 Millionen Kinder in 18 Ländern der Welt tägliche Schulmahlzeiten erhalten. 

Cenacolo

ist eine Gemeinschaft für junge Menschen in Krisen. 1983 von der italienischen Nonne Elvira Petrozzi in Italien gegründet, eröffnete die Gemeinschaft bald ein Haus in Medjugorje, das „Campo della vita“ – „Feld des Lebens“. Sr. Elvira war von Anfang an überzeugt, dass junge Menschen mit Drogen- und Alkoholproblemen und in Sinnkrisen in Medjugorje besondere Hilfe erfahren. 1997 wurde es möglich, ein Haus im burgenländischen Kleinfrauenhaid zu eröffnen. Cenacolo bedeutet „gemeinsam Mahl halten“ und „das Leben teilen“. Das biblische Konzept, das Schwester Elvira in unerschütterlichem Vertrauen in ihrem Leben umsetzte, als sie junge Drogenkranke am Bahnhof von Turin einlud, mit ihr das Leben zu teilen, zeigte sehr bald erstaunliche Lebensveränderungen der jungen Menschen und Heilungsprozesse, die medizinisch nicht erklärbar sind und in die Kategorie eines Wunders fallen.

Das Zeugnis der Burschen der Gemeinschaft ist ein mitreißendes Zeichen ihrer neu gewonnen Lebensfreude.

Melinda Dumitrescu

stammt aus einer rumänischen Musikerfamilie und erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren in ihrer Heimat Kronstadt. Ihr besonderes Talent wurde schon früh entdeckt, sodass sie ab dem neunten Lebensjahr regelmäßig mit dem Orchester ihrer Schule den Soloteil auf der Geige spielen durfte. Als sie sechzehn war, organisierte ihr Vater für sie eine Konzertreise nach Japan, während der sie dem bedeutenden Violinpädagogen Zakhar Bron, einem persönlichen Schüler Igor Oistrachs und Lehrer der heute berühmten Geiger Maxim Vengerov und Vadim Repin begegnete. Mit einem Stipendium der Stiftung „Familie Menachem Elias“ ausgestattet begann Melinda bei Professor Bron in Lübeck zu studieren. Als ihr Lehrer im Oktober 1996 für einige Tage verreiste, besuchte Melinda erstmals den Ort Medjugorje, von dem sie von einer Freundin ihrer Eltern gehört hatte. Wie zufällig boten sich im November und Dezember des selben Jahres zwei weitere Gelegenheiten für sie, den Gebetsort in der Herzegowina zu besuchen, sodass P. Slavko auf sie aufmerksam wurde und sie fragte, ob sie nicht überhaupt bleiben wolle. Im Februar des Jahres 2000 beendete Melinda ihr Studium mit dem Diplom, und obwohl es ihr Professor nicht ganz verstehen konnte, entschied sie sich, nach Medjugorje zu gehen, dort zu bleiben und für die Menschen in der Kirche und bei der Eucharistischen Anbetung zu spielen. Der besondere Klang ihrer Geige  berührt seither die Herzen der Menschen und öffnet sie für das Heilige.

Mag. Margit Cerny

leitet mit großem Engagement den Chor und die Instrumentalgruppe bei den jährlichen Friedensgebeten im Wiener Stephansdom. Die ausgebildete Musikerin – sie studierte Instrumental- und Gesangspädagogik am Konservatorium in Eisenstadt und unterrichtete anschließend am Schubertkonservatorium in Wien – trat bereits im Volksschulter regelmäßig in der Kirche ihrer oberösterreichischen Heimatpfarre solistisch auf. Ihr musikalisches Engagement beim Friedensgebets hat für Margit eine besondere Bedeutung, da sie seit Jahren mit Medjugorje verbunden und sie darin eine Möglichkeit sieht, der Gottesmutter ihren Dank abzustatten.